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 Die Forderung nach Toleranz – Für Religionen

(Beitrag vom 19.02.2013 korrigiert am 27.06.2015)

AUFSCHREI eines humanistisch denkenden Menschenohne Religionsbindung der sich dagegen verwehrt, dass seine Werte immerwieder durch die christlichen Religionen vereinnahmt werden!


Toleranz, ja das fordernunsere gläubigen Mitmenschen von uns und das mit Nachdruck. Und Rechthaben sie, aber nur solange, wie sie selbst auch Toleranz ausüben gegendiejenigen, die einen anderen Glauben oder sogar gar keinen haben.

Als Kind wurde ich evangelisch getauft und durch Religionsunterricht,der in meiner Zeit noch Pflichtfach war, auf das Leben als gläubigerChrist vorbereitet. Während meines Konfirmandenunterrichts stellte ichdem Pfarrer Fragen nach Unschlüssigkeiten, die ich in der Lehre glaubteerkannt zu haben, seine Antworten und die viel zu oft „Es gehört nichtzum aktuellen Thema“ oder so ähnlich. Er gab meist keine Antworten. DasProgramm wurde einfach durchgespult.

Nach der Konfirmation warder Spuk für mich vorbei. Ich trennte mich von dieser Kirche und zeigtedanach noch fast 50 Jahre meines Lebens Toleranz für meine gläubigenMitmenschen und ihren Kirchen. Bis zu dem Tag im letzten Jahr, als ichauf die Beschneidungsdebatte aufmerksam wurde. Fragte man nach, warumdieser alte Brauch notwendigerweise im 21. Jahrhundert weiterhin ankleinen Jungen durchgeführt werden musste, schlägt einem schnell Hassentgegen, man wird quasi innerhalb Sekunden zum Antisemit abgestempelt.Der Bundestag musste schnell ein Gesetz verabschieden, viel schneller,als jedes andere Sozialgesetz, was sicher auch nötig gewesen wäre,angetrieben auch durch unsere christlichen Kirchen, die diesenarchaischen Brauch gar nicht praktizieren. Sie hatten einfach Angst, eswürde nachgefragt z.B. nach den immensen Kosten für einenAltenpflegeplatz in den kirchlichen Einrichtungen, oder den fehlendenArbeitnehmerrechten bei Caritas und Diakonie, oder den Ergebnissen derMissbrauchsuntersuchungen. Angst nach Aufdeckung und Veränderungschweißt sie plötzlich zusammen.

Auch die Aussage unsereszurückgetretenen Bundespräsidenten Wulff „Der Islam gehört zuDeutschland“ sie hat mich erzürnt, aber da gibt es doch die Toleranz…..  Als wenn eine Religion in einem säkularisierten, modernen Staatdazugehören könnte. Das gilt natürlich auch für die christlichenReligionen. Heute bin ich Atheist und noch nie hat einer dieserOffiziellen gesagt, die Atheisten gehören zu Deutschland.

Unddie stetigen Wiederholungen aus Politik und anderen Bereichen „Wir haben eine christliche Leitkultur“ oder „Wir leben hier in Europa nach demchristlichen Wertesystem“  als Nichtchrist hat man das zu tolerieren esist ja eine Religion und die ist besonders geschützt, durch unserGrundgesetz.

Auch habe ich von den Volksvertretern noch niegehört, dass unsere Kultur im Wesentlichen durch die Aufklärung geprägtwurde und zwar im Widerstand gegen die Kirchen. Mühsam wurden dem Klerus die einfachsten Menschrechte abgerungen - Das ist unsere Leitkultur.
Die kirchlichen Arbeitnehmer kämpfen heute noch um die für alle Anderengültigen Rechte ihr Leben nach ihrer Philosophie und ihrerWeltanschauung aufzubauen ohne gleich ihrer Lebensgrundlage, ihremArbeitsplatz beraubt zu werden.

Diesen Filz aus Politik, denMedien und den Kirchen, selbst im Ethikrat bestimmen dieKirchenvertreter mit. Als wenn Ethik ein Alleinstellungsmerkmal derKirchen wäre.

Wem wundert es, dass man dann mit über 60 Jahrenlangsam anfängt, aufzubegehren und nachzufragen was nun die christlichen Werte sein. Sie müssten ja ein Alleinstellungsmerkmal haben sonst wären sie nicht christlich sondern einfach nur menschlich, humanistischsozusagen. Und wieder keine Antwort, wie bei meinem, sicher längstverstorbenen Pfarrer und den Vorwurf der Missionierung sowie andereunterschwängliche Anspielungen hat man natürlich auch gleichauszuhalten.

  • Warum können die Gläubigen ihren Glauben nicht einfach in ihrer Kirche und in aller Stille leben?
  • Warum müssen sie immer von sich behaupten, dass sie die Leitkultur in unserem Lande sind und dass sie nach christlichen Werten leben, diekeine christlichen sondern vielleicht auch meine Werte sind?
  • Warum müssen sie sich in unseren Staat, der doch für alle eine Heimat ist, immer wieder einmischen?

Das empfinde ich als Missionierung und zeugt auch von wenigToleranz gegenüber einer großen Mehrheit in unserem Land die ihrLebensphilosophie nicht auf Glauben sondern auf das bisher bekannteWissen aufgebaut haben und dummerweise immer wieder Fragen stellenmüssen, weil es zu ihrem Leben dazugehört.