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 Wieso habe ich mit dem neuen Rettungspaket so ein mulmiges Gefühl?

(Beitrag vom 13.07.2015 korrigiert am 22.07.2015)


Wieso habe ich mit dem neuen Rettungspaket so ein mulmiges Gefühl in der Magengegend?

  • Kommt das etwa daher, weil ich vermute, daß damit der Weg für ein Europa gelegt ist, was ich eigentlich nicht will?

  • Oder kommt das etwa daher, weil ich die Vermutung habe, daß mit diesem"Kompromiss" HartzIV und die gesamte Agenda 2010 in ganz Europa in ähnlicher Form als Normalfall einzementiert werden soll?

  • Oder kommt das daher, daß einfach mal eine linke Regierung eines kleinen Landes, die berechtigte Fragen stellte, von den übermächtigen neoliberalen Kräften in Europa in die Knie gezwungen wurde?

  • Oder kommt es etwa daher, weil ich die Vermutung habe, daß ein großer Teil dieses 3. "Rettungspakets" auch nur wieder für Schuldendienst ausgegeben werden muss? (Nach grobem Überschlag komme ich da auf ca. 25 Milliarden Schuldendienst bis Ende des Jahres)

  • Oder kommt es daher, weil ich jetzt auch in Griechenland Parallelen sehe, im Verramschen des Volksvermögens an Privatinvestoren wie es bei uns auch schon gang und gäbe ist. Muss das jetzt Europaweit eingeführt werden - Als Argument für unsere Regierung?

  • Oder kommt es daher, das sich bei mir eine leise Ahnung breit macht, was auf uns in Zukunft wartet - ein vollkommen unsoziales Europa was von den Märkten, den Finanzmärkten und Politikern die der neuen Religion "Neoliberalismus" anhängen regiert wird - ohne Volksentscheide?

  • Ich habe noch Einiges, was mich irritiert - aber es geht wahrscheinlich nur mir so und vielleicht bin ich auch vollkommen auf dem falschen Dampfer.


     

Armut Europaweit


Ich möchte einmal versuchen, meine Gedankengänge zu erklären:

Ich sage es immer wieder, bis Mitte der 80'er Jahre war ich froh, in diesem Land zu leben und habe mir kaum Sorgen gemacht. Auch fühlte ich mich als Bürger noch ernst genommen.

Wenn ich heute zurück denke, es war die Zeit der großen Demonstrationen (Anti-Atom, Pershing) in der es noch Hunderttausende auf die Strasse geschafft haben.

Zu dieser Zeit hat man uns noch zugehört weil wir wussten, wie wir uns eine Stimme verschaffen können heute ist der größe Teil der Menschen eingelullt - eingespannt durch Doppelarbeit und reiben sich meist auf zwischen Kindern, Arbeitsplatz (sogar Arbeitsplätzen) und Zukunftsängsten. - Schön eingefädelt haben sie das!

Eine Generation nur hat es gedauert um unser Land so nachhaltig zu verändern obwohl doch ende der 80'er nochmals eine riesige Menge mutiger Menschen in der ehemaligen DDR auch ihre Kraft bemerkt hatten.

Nach der "Wiedervereinigung" oder sollte ich besser Aufnahme der neuen Bundesländer sagen, hat sich alles verändert. Der Ostblock bricht zusammen und der Kapitalismus zeigt uns sein wahres Gesicht - keine Konkurrenz mehr da.

Die Krönung setzten dem allen die "Sozial"demokraten auf mit ihrer Agenda2010. Unter dieser kalten, wirtschaftshörigen neoliberalen und menschenverachtenden Politik leiden wir und ganz Europa noch Heute -keine Ahnung, ob das jemals wieder umzukehren ist.

Heute werden genau diese Einschnitte in den Sozialsystemen auch von den anderen Staaten in Europa gefordert, quasi als "Selbstverständlichkeit"oder "Alternativlos" zementiert, damit sie auch in unserem Land nicht mehr in Frage gestellt werden kann und darf. Hat man ja in unserem Land durch bestimmte"Blödmach"-medien sowieso schon fast erreicht.

 

Ich meine, wir stehen in Europa an der Schwelle einer sehr wesentlichen Entscheidung für zwei grundsätzliche Entwicklungen:

  • Wir fahren in der durch Deutschland eröffneten Austeritätspolitik hier in Europa weiter und verlangen durch Druck auf die Nachbarstaaten daß sie diesem Konzept folgen. Mit Austeritätspolitik deutscher Prägung ist natürlich nicht die allgemeine Sparwilligkeit der Staaten gemeint (Deutschland hat über 2 Billionen Euro Schulden und trotz sehr hoher Steuereinnahmen gelingt es nicht die Schulden abzubauen), sondern die ausschließliche Sparforderung des Staates an die "kleinen" Bürger wir Rentner, Familien, Arbeitnehmer, Kranke usw. während auf der anderen Seite riesige Mengen an Geld verschenkt werden (Bankenrettung, Rüstung, Subventionen etc.).

  • oder wir versuchen ein Europa aufzubauen, was sich sozial orientiert und nach den Bedürfnissen der Menschen und nicht der Märkte richtet. Hierzu gehört natürlich auch eine wirkliche demokratische Struktur mit viel mehr Mitspracherecht der einzelnen Bürger.


weiterer Artikel : "Europa - Was ist aus unserem Traum geworden?"