Diese Website verwendet Cookies.

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Erklärung zum Datenschutz.

ZustimmenImpressumDatenschutz

 Kante zeigen, das ist angesagt.

(Beitrag vom 23.03.2013 korrigiert am 17.02.2016)


Kürzlich wurde ich in Facebook dazu aufgefordert, diese Webseite (gesichtzeigen.de) zu unterstützen.

Vorab:
Ich finde es wichtig, dass in Demokratien ein Minderheitenschutz existiert und sich auch Menschen für die Rechte von Minderheiten einsetzen. Insofern hat die Kampagne natürlich ihre Berechtigung.
Doch wo bleiben die Rechte der Mehrheiten in unserem Land?

Das hatte mich spontan inspiriert, folgendes Bild analog zu den Kampagne-Plakaten zu kreieren:

Kante zeigen - Gesicht zeigen

In den meisten Aufrufen geht es fast nur noch um Minderheiten, die Rechte der Mehrheiten in unserem Land spielen offensichtlich nur noch eine untergeordnete Rolle.

Hierbei denke ich z.B. :

  • An die vielen Minijobber und Leiharbeiter, deren Arbeit nicht mehr für ein ordentliches Auskommen reicht.
  • An die vielen Kinder, die keine vernünftige Schulausbildung mehr erhalten.
  • An die vielen alten Menschen, denen die Rente nicht mehr reicht und die in überteuerten Pflegeheimen um ihr lebenslang Gespartes gebracht werden um dann als Bittsteller und Sozialhilfeempfänger zu enden.
  • An die vielen jungen Menschen, die sich aus Sorge um ihre Zukunft nicht mehr trauen, Familien zu gründen oder gar Kinder in die Welt zusetzen.
  • An die vielen jungen Familien, die genötigt sind, beide arbeiten zu gehen, sei es wegen der Anerkennung oder wie so oft, weil es finanziell einfach notwendig geworden ist. Die hetzten zwischen Job, Kita und Haushalt durch ihr junges Leben und bleiben dabei oft selbst auf der Strecke.
  • An die vielen Arbeitnehmer (pardon natürlich Human Ressources), die zu Bilanzpassivposten degradiert, täglich um ihren Arbeitsplatz bangen müssen und durch die Gegebenheiten dieser Markwirtschaft zunehmend erpressbarer wurden.

 

Gestern habe ich einen Vortrag eines „Wirtschaftsexperten“ zum Thema „Ethik in der Wirtschaft“ gehört. Ich hätte schreien können vor Empörung.
In seinem "Expertenwissen" welches sich nach eigenen Angaben auch aus seinen Studien und Vergleichen der Plan- und Marktwirtschaften gebildet hat, vertritt er  den Standpunkt "Die Marktwirtschaft ist gut, weil sie für maximale Freiheit eines jeden einzelnen sorgt".
Somit trägt natürlich auch der Verbraucher die Hauptverantwortung für die Fehlentwicklungen durch seine „Geiz ist Geil – Mentalität“.

Soweit die Theorie - Jedoch:

Als wenn die Verbraucher damit angefangen hätten uns teure Produkte unter der Marke „Made in Germany“ zu verkaufen, die mit Sollbruchstellen versehen und nur noch mit zusammengesetzten Komponenten aus „Billiglohnländern“ bestückt sind. Die "Geiz ist Geil - Mentalität" ist eine Erfindung der global organisierten Unternehmen.

Welcher, durch das Leben gehetzter junger Familienvater/mutter hat eigentlich noch Zeit, mit der Lupe für die kleine Schrift der Zusatzstoffe bewaffnet, in den Supermarkt zu gehen um aus dem Überangebot die gesunden, ökologisch und ethisch hergestellten Produkte auszuwählen?

Wie jüngst die teuren BIO-Eier, die im großen Stil mit betrügerischer Energie verkauft wurden und doch nur Eier von gequälten Hühnern aus Massentierhaltungen sind, erkennt man, dass selbst der Preis oder der Ort an dem gekauft wird, keine Garanten für „gute“ Produkte sind. Die effektartigen Proteste einiger Politiker sind bereits verstummt, es wird wohl wieder, wie fast immer im Sande verlaufen. Auch dieser Aktionismus wie der Veggieday (ein vegetarischer Tag je Woche in Kantinen) was soll das bringen?

Warum wird es eigentlich nicht ganz einfach gemacht - Alle Massentierhaltung verbieten und Zuwiderhandlungen sowie andere Tierquälereien massiv zu bestrafen. Dann werden sicher Fleisch und Eier etwas teurer aber ich kann dann mein Steak und mein Frühstücksei ohne schlechtes Gewissen genießen.

Wem nutzt es nun, wenn wir uns für gleiche Rechte der so genannten Minderheiten einsetzten, wenn wir als Mehrheiten unsere Rechte verloren haben?
Wo es immer weniger Rechte gibt, gibt es auch nichts mehr zu verteilen. Und dafür sorgen dann auch diese „Wirtschaftsexperten“, die uns die Marktwirtschaft (besser Kapitalismus) als alternativlos und uns für blöd verkaufen wollen, die angetreten sind, uns durch ihr Expertentum den "richtigen" Weg zu zeigen.