Labeling als unfaire Diskussionstechnik wird heute zusehends praktiziert

(Beitrag vom 08.09.2017 korrigiert am 09.09.2017)

Hier ein Artikel eines guten Freundes (Knut Förster), der es wirklich wert ist, veröffentlicht zu werden. Dieses Thema füllt heute immer mehr Raum in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen. Es ist sogar in der Lage, unsere Freiheit zu zerstören:


....Ich wollte unbedingt noch etwas zum Labeling loswerden...

All dem möchte ich ein Zitat von Napoleon über die Deutschen voranstellen,eines der wenigen von denen ich denke, dass es wirklich auf viele Menschen in unserem Land zutrifft....TROTZ!...und dass möchte ich betonen, einer wachsenden Menge an Menschen, auf die es glücklicherweise nicht zutrifft:

„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche.
Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“


Ich habe lange darüber nachgedacht ob ich dazu etwas schreibe. Denn die Menschen von denen Napoleon sprach sind auf der Jagd, heute wie damals und natürlich auch im dritten Reich.



Labeling als neue Diskussionskultur


Was ist Labeling?
Labeling ist eine unfaire Diskussionstechnik, die anderen Menschen ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zwar nicht nimmt, aber die Meinung und den sie Vertretenden, herabwürdigt, verunmöglicht und schlimmer als das, sie auf einen niederen Trieb reduziert, ohne dies zu belegen, es ist vorgesehen dass der Gegner nun nicht mehr über seine Bedenken sprechen kann, sondern in die Defensive gedrängt wird und seine Unschuld beweisen muss,  z.B. Hass, Rassismus, Angst, Feigheit, Neid, Fremdenfeindlichkeit werden unterstellt.

Auf eine der eigenen Meinung entgegenstehende Aussage wird inhaltlich nicht mehr eingegangen,
sondern einzig und allein Dinge unterstellt, die sozial stark geächtet sind. Dieses Etikett bekommt der Gesprächsfeind, denn er ist nicht Gesprächspartner aufgerückt, egal ob es passt. Der Labeling-Angreifer hat zudem augenblicklich den Vorteil zu weiteren Mitteln greifen zu können, die noch unfairer sind, da er sich als normative Kraft des Anstandes überhöht hat, zu dessen "Verteidigung" alles erlaubt ist.. Labeling ist Indiz für ein Gespräch, welches den Gegenüber vernichten und nicht etwa seine Ängste und seine Nöte zu verstehen soll.

Es ist gar nicht das Ziel zu überlegen, wo man sich trifft.
Labeling ist deshalb so problematisch, weil es nur der erste Schritt zur Erschaffung von im Grundgesetz nicht vorgesehenen Straftatbeständen ist, welche so weit gefasst sind, dass eine freie Meinungsäußerung nicht mehr möglich ist, weil Alles und Jeder labelbar ist, und sich sogar dazu eigenen würde, eine Trillerpfeife zu kriminalisieren.

Und natürlich habe ich nicht alle Etiketten aufgezählt, die gebraucht werden.

Kürzlich habe ich persönlich den Wutbürger übergebraten bekommen. In vielen Situationen wird Labeling vielleicht auch nicht bewusst benutzt, sondern, weil man unbewusst von sich auf andere schließt. Beim Hassvorwurf, Aggressivitätsvorwurf oder beim Wutbürger ist das gerne der Fall. Z.B.wenn man sich persönlich angegriffen fühlt, obwohl nur die eigene Meinung in Zweifel gezogen wird. "Du beleidigst meine Partei, meine Anschauung oder meine Religion..." drückt das Dilemma gut aus. Es ist immer der Mensch der sich beleidigt fühlt und nicht die Partei, die Religion oder Anschauung. Hier wird das persönlich Emotionale mit den nicht nicht emotionalen Verstandesinhalten vermischt. Eine Partei kann man nicht beleidigen, eine Religion nicht und auch eine Anschauung nicht. Hier ist schnell ob der eigenen Wut, über das in Frage gestellt werden der eigenen Ansicht, die Projektion, der andere sei wütend, auf dem Schirm. Wer es ehrlich meint, sollte immer erst in sich und auf die eigenen Gefühle schauen

Wenn erst die Anwälte an hohen Streitwerten interessiert,
den ersten Kommentatoren mit Unterlassungsklagen auf den Leib rücken und jedwede missliebige Meinung zu Hass zu erklären, dann wird der Kluge in der Öffentlichkeit schweigen, aber die Wirklichkeit, dass die Wirklichkeit zensiert wird, ist ein Kommentar auf sich selbst und man erkennt sie stets an der statistisch hohen Zustimmung der Bevölkerung zu den Beschlüssen der Machteliten und an der Abwesenheit von Kontrast. Ich schließe mit einem Auszug aus Heines Gedicht über Krähwinkels Schreckenstage...und bitte alle darüber nachzudenken, ob wir weiter so miteinander umgehen und die Gesellschaft spalten wollen:

 "Wer auf der Straße räsoniert,
Wird unverzüglich füsiliert;
Das Räsonieren durch Gebärden
Soll gleichfalls hart bestrafet werden. Vertrauet Eurem Magistrat,
Der fromm und liebend schützt den Staat
Durch huldreich hochwohlweises Walten;
Euch ziemt es, stets das Maul zu halten.
"