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 Erlebnisbericht zur Tauchfahrt mit Rudi Kneip Brothers 2001

(Beitrag vom 12.10.2005 korrigiert am 30.09.2015)

Erlebnisbericht zur Tauchfahrt mit Rudi Kneip Brothers 2001
von Hans-Holger Rienaß

Am 21. April 2001 sollte es endlich so weit sein. Wir, das heißt mein Bruder seine Tochter und ihr Mann, standen mit viel Gerödel am Düsseldorfer Flughafen und warteten auf unseren Flug nach Hurghada. Nachdem wir unser Gepäck aufgegeben hatten, wobei meine Nichte eine Tasche für Svenja mitnahm (ca. 40 kg.) warteten wir auf Frau Kneip.
Meinem Bruder erreichte kurzfristig ein Telefonanruf von Marlis, ob er nicht eine Kleinigkeit für Rudi mitnehmen könnte. Also warteten wir auf seine Schwester die auch pünktlich erschien.


Es war nur eine kleine Tasche die er auch im Handgepäck mit nehmen konnte. Statt wie früher Waffeleisen und Kupplungsscheiben waren es diesmal Brillen für Rudi. Der arme Kerl tappte nämlich ganz schön im Dunkeln, seine Brille war ihm kaputt gegangen.
Nach einer kleinen Erfrischung ging es dann endlich in den Zollbereich. Im Duty Free Shop wurde sich dann noch mit reichlich Zigaretten und einer Flasche Bacardi eingedeckt, so eine Woche ohne Supermarkt um die Ecke ist schließlich ganz schön lang. Hier genossen wir dann auch noch eine kleine Erfrischung in Form von Alt und Cola.
Jetzt ging es endlich in den Boarding Bereich, da unser Flug ja immer noch On Time war. Dort angekommen, stellten wir zu unserer großen Überraschung fest, das wir erst ca. 1 Stunde später fliegen sollten.
Tja Egypt Air macht''s möglich.

Endlich im Flieger stellten wir ziemlich schnell fest das dieser nicht ausgebucht war, was für eine große Freude und genug Platz für alle. Nun sollte ich die berühmte Frage hören "Chicken or Beef". Wir genossen unser üppiges Mahl und warteten auf die Einreise-Formulare, die man jedesmal ausfüllen muß.
Dieses mal wartete man vergeblich, die Crew war so was von lahm das es ihnen erst beim Landeanflug auf Hurghada einfiel sie auszuteilen. Also, flugs die Kulis raus und bei dem geruckele schreiben.
Es hat "Inschallah" noch geklappt und wir konnten uns endlich den heißen Wüstenwind um die Ohren wehen lassen. Wir wurden gleich von einem Agenten in Empfang genommen und an einem Schalter geführt, wo man uns Marken (Visas) in die Pässe klebte. Danach zum nächsten Sheriff, der jetzt die Marken kontrollierte.
Nun ging es zum offiziellen Zoll, der die Pässe abstempelte und die Einreiseformulare überprüfte.
Na Prima ich hatte nur die Anfangsbuchstaben groß geschrieben und das war falsch. Der Zöllner überschrieb nun alles genauso wie es im Pass stand, Scheiß Deutsch. Nachdem wir nun unsere Koffer vom Band hatten ging es durch die letzte Kontrolle und ach du Schreck, die wollten doch glatt die Tasche von meinem Bruder, die aber seiner Tochter gehörte, geöffnet haben.

Tja, wenn man schon so oft in Ägypten war wie mein Bruder werden die Ägypter misstrauisch, merkt man an den vielen Briefmarken im Pass. Also, schnell eine Nagelschere gesucht um die Kabelbinder zu knacken, mit dem wir unsere Taschen verschlossen hatten. Nachdem auch das zu aller Zufriedenheit erledigt war, wurden wir von dem Ägypter Zimos in Empfang genommen, der uns Svenjas Tasche abnehmen sollte.
Als kleine Überraschung hatte mein Bruder auch noch ein Fotoalbum von Svenja für ihn dabei, mit Bildern von seinem Sohn Nadim.

Als er es durchgeblättert hatte, mußten wir uns auch schon wieder verabschieden, denn für uns ging es in Richtung Taucherhaus.
Dort angekommen verstauten wir erst einmal unsere Taschen im Flur und ab ging es  in den Speisesaal, wo man sich erst einmal ein Bier bzw. eine Cola holte. In der Zwischenzeit kamen zwei Guides die Treppe hoch um uns zu begrüßen, unter anderem der Druide Nenad, vom letzten Urlaub meines Bruders im September.
Er fragte sofort nach Rudis Tasche. Sicher haben wir die am Mann, aber umsonst ist der Tod, na gut, zwei Shirts von der Number One.
Nenad der Druide teilte uns dann auch noch mit das er mit uns auf Safari gehen würde. Na ja auch nicht schlecht denn ich kannte ihn ja noch nicht.
Ich erfuhr nun so neben bei das Sie ihm im September heimlich den Spitznamen Tauchnix gegeben hatten, da er so gut wie nie im Wasser war, weil er krank war. Und diesmal teilt er uns doch auch noch mit das er Fieber und Durchfall hätte.

Na das kann ja heiter werden.

Wir beschlossen an diesem Abend noch in die Pyramide, dem Ortseigenen Duty-Free-Shop, zu gehen. Dabei wurde mir auch ein bisschen die Gegend gezeigent. Gesagt getan, aber sie hatten die Rechnung ohne dem neu Ägypten Reisenden gemacht. Da man in einem fremden Land ja freundlich sein sollte, winkte ich auch jeden zu, der mich freundlich anhupte. Und prompt hielt auch jeder Mini Bus an um uns mit zu nehmen. Leider mußten wir sie alle abwimmeln da wir ja nur ein paar Schritte gehen mußten.

Nach der Drohung mir die Hände zu fesseln hielt ich sie auch schön still und wir betraten die Pyramide. Von wegen Duty Free Shop die waren teurer als eine Deutsche Apotheke.
Dort wurde ich auch noch von einem Deutschen angequatscht: Er habe sein Pass im Taucherhaus gelassen ob er meinen haben könnte. Da ich nichts kaufen wollte warum nicht, er sollte ihn mir am Ausgang wieder geben. Es dauerte fünf Minuten da kam er schon wieder an, die Ägypter glaubten nicht das er das ist, also musste ich als Papa herhalten, dann funktionierte es.

Zurück im Taucherhaus gab es für uns alle ein ordentliches Abendessen.
Danach ging es Richtung Hafen, wo wir unser, zu dem Zeitpunkt noch "Traumschiff" kaperten. Wir bezogen eine vierer Kabine belegten unsere Kojen und packten erst einmal unsere Tauchtaschen aus. Zur Freude meiner Begleiter stellten sie dann auch noch fest das uns klein Ali als Matrose begleiten würde und drohten ihm sogleich damit, das er dieses Jahr auch Schwimmen gehen müßte.

Letztes Jahr hatten sie es nicht geschafft ihn ins kühle Nass zu bekommen. Das brachte ihm schnell den Ruf ein. Nichtschwimmer zu sein, was sich im nachhinein noch bestätigen sollte. Nenad erzählte uns das es stimmte, aber da Ali streng gläubig ist denkt er Allah wacht über ihn und paßt auf das er nicht ins Wasser fällt. Es sollte sich später noch zeigen das er nicht nur unser Matrose, sondern auch noch unser Zodiacfahrer war. Beim aufrödeln der Flaschen und das beschicken der Bleigurte ließ sich auch Rudi blicken der diesmal als Kapitän auf der Number One fahren sollte, da er mal wieder einige seiner Kapitäne gefeuert hatte.

Jürgen einer aus unserer Crew, fragte auch gleich ob wir uns mal sein Sahnestück angucken könnten. Aber sicher, und schon stürmten wir rüber, nur meine Nichte mit ihren Mann nicht, da sie im letzten Jahr Bekanntschaft mit einigen dieser Yuppies gemacht hatten und das hat denen gereicht. Rudi zeigte uns seinen Salon und gab auch gleich zu unserer Freude eine Runde aus. Nach der Besichtigung kamen dann auch noch die letzten Gäste an, die mit uns auf der Somaya I fahren sollten.
Nachdem man sich kurz vorgestellt hatte, wurde auch ausgepackt und die restlichen Kabinen belegt. Danach wurde es für uns noch ein feucht fröhlicher Abend mit Stella. Mit der Gewißheit beim Aufwachen schon weit weg von Hurghada zu sein gingen wir dann so gegen 24:00 Uhr schlafen. Unser Kapitän sollte am frühen Morgen eintreffen und gleich los fahren.

Aber wie schon erwähnt erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Es sollte ein Morgen der Überraschungen für uns werden.

Kapitel 2

Als wir am Morgen des 22. Aprils aufwachten stellten wir sofort fest das etwas nicht stimmte, wir hörten kein Motorengetuckere. Wir gingen also erst einmal in die Pentry und stellten dort fest das wir noch fest vertäut im Hafen lagen.
Also wurde als erstes Nenad interviewt warum wir noch nicht los gefahren waren. Und schon kam die erste Überraschung, unser Kapitän war nicht gekommen.
Inschallah würde Rudi versuchen noch einen aufzutreiben, ansonsten würden wir Rudi als Kapitän bekommen. Das mußte erst einmal verdaut werden, also putzten wir uns rasch die Zähne und gingen dann gemütlich Frühstücken.

Anderthalb Stunden später kam dann Rudi als unser Kapitän an Bord, es gab erst einmal allgemeines Gelächter als sein Scooter und sein riesen Gepäck aufs Boot gebracht wurde. Wir wurden dann auch erst einmal aufgeklärt warum unser Kapitän nicht gekommen ist.
Rudi hat einen seiner Kapitäne gefeuert und das war der Bruder unseres Kapitäns und da das Familienleben in Ägypten ausgeprägt ist wollte der Bruder auch nicht mehr. Na wenigstens konnte es jetzt endlich los gehen.

Am Abend hat uns Nenad schon darüber informiert das der Alte seit vier Wochen nur am rumspinnen ist, das könnte ja heiter werden. Na ja Rudi ran ans Steuer und schon ging es auch los.

Nach dem wir glücklicherweise ein Riff unbeschädigt umfahren haben, was übrigens schon seit mehreren tausend Jahren an der selben Stelle liegt, kamen wir bei Abu Haschisch an. Nenad hat zuvor noch an alle Taucher Signalbojen ausgeteilt die an den Brothers lebenswichtig sein könnten.

Er sagte allen das sie sich die Dinger vorher anschauen sollen damit sie auch sicher sind das alles in Ordnung ist. Nach einem kurzen Briefing ging es dann endlich ins kühle Nass.
Ich meinte mein Jacket mit Flasche im Wasser anziehen zu müssen und schmiss es rein, doch Mist, ohne Luft im Jacket gehen die Dinger unter wie Steine. Wie ich im nachhinein hörte meinte unser Kapitän nur dazu, so erkennt man einen Profitaucher und sprach mir sein Lob aus. Dieses Lob zog er sofort zurück als er sah wie ich der Flasche hinterher hechtete und auf ca. 15 Metern im Sand einschlug um mein Jacket dort anzurödeln.

Die anderen aus der Crew mussten sich köstlich amüsiert haben. (PS. Haben wir !)

Prompt hatte ich auch schon einen geeigneten Namen (Diver-Stuntman) weg. Nach dem auch das geschafft war ging es auf zum ersten Tauchgang allerdings auch hier nicht ohne Hindernisse. Man merkt doch wozu so ein Eingewöhnungstauchgang gut ist.

An meiner ersten Stufe an der Flasche strömte die Luft ab. Also ab zu meinen Bruder an den Oktopus und unter Wasser alles umbauen. Nach einem wenig spektakulären Tauchgang ging es nach 59 min. wieder an Bord.

Nachdem wir vier uns ausgerödelt hatten erschallte die liebliche Stimme von Rudi. Er schiß schon ein paar Taucher zusammen, die die Signalbojen ausprobiert hatten. An der Oberfläche schwammen ca. 5 6 der besagten Bojen. Er keifte rum das es ein Rettungssignal ist und nur in Notfällen zu gebrauchen sei. Das gekeife ging ca. eine halbe Stunde bis alle Taucher an Bord waren.

Dabei machte Rudi ausgiebig von seiner Fäkaliensprache gebrauch, wie Arschloch, blöde Sau und Wichser. Also alles recht anständige Worte und so behandelt man nun einmal seine Gäste. Am schlimmsten traf es dann unseren Guide Nenad. Er wurde dann auch für alles verantwortlich gemacht und keiner der anderen Arschlöcher hatte Rückrat genug um zu sagen das es keine Anweisung von ihm war.
Das Ende vom Lied war dann das Nenad sogleich gefeuert wurde. Er sei hier schließlich der Professor Dr. Dr. Tauchen.

Das ganze geschah vor versammelter Mannschaft und das schlimmste war das er trotzdem die gesamte Tour mit machen mußte und das mit Kpt. Ahab im Nacken.

Wir hatten uns durch Rudis Verhalten auch für ihn einen wirklich passenden Namen ausgedacht. Als alle ihren Anschiß kassiert hatten kam auch noch Günther und faste Rudi mit feuchten Fingern auf den Rücken. Na da war aber was los. Er schrie direkt: fass mich nicht an, keiner hat mich anzufassen. Ich habe 10 Millionen auf der Bank und kann jeden Tag 1500 Mark ausgeben, ich habe einen Audi A8 und so weiter, bla bla bla. Von nun an bekamen wir jeden Tag vorgehalten was er nicht alles hat. Nach dem Motto meine Schiffe, meine Insel, mein Meer etc.

Alles klar wie hatten ja schon kapiert, er ist der König von Hurghada. Danach verzog sich Kpt. Ahab auf seinen Platz und steuerte das Schiff Richtung Panorama Riff. Nach einem leckeren Mittagessen und einer kurzen Mittagssiesta ging es wieder ab in die Schläuche.

Während Nenad das Briefing hielt mischte sich Ahab wieder ein und riss das Briefing an sich. Vorher wurde aber der Guide zum wiederholten male zusammen gestaucht, wo denn seine Tauchplatzbeschreibungen sind.

Seine Guides hätten so etwas dabei zu haben. Im selben Moment riss er den Kamerakoffer von meinen Bruder an sich und wedelte dabei mit seinem Kuli. Wir hielten gespannt die Luft an und dachten schon er würde darauf herumkritzeln. Er nahm ihn aber "Inschallah" nur als Vorlage, er stellte damit das Riff dar. Auf Grund der Windverhältnisse konnten wir nur an der weniger attraktiven Seite des Riffes Ankern und sie betauchen. Nach diesem Tauchgang ging es weiter zum Middle Reef. Wer wollte konnte hier einen Nachttauchgang machen.

Wir vier beschlossen zu Erleichterung meiner Nichte, die noch nie einen Nachttauchgang gemacht hatte und reichlich schiss hatte, an Bord zu bleiben.

Aber wir sollten nicht die einzigen sein. Also, ab aufs Achterdeck und ein bisschen zugeschaut. Beim reinspringen ins Wasser stellte Günther fest das er seine Flossen vergessen hat. Das war natürlich wieder ein gefundenes Fressen für unseren Käpten. Er schrie sogleich los:
Du hast hier Tauchverbot so etwas darf nicht passieren, wenn dir das an den Brothers passiert und so weiter. Bloß schnell weg hier und ab in die Pentry. Er hatte den armen Günther vorher schon so kirre gemacht das er sie einfach vergessen hatte. Also stieg er wieder aus dem Wasser und zog sich aus, der Tauchgang war für ihn gelaufen. Hinterher heulte er sich bei uns in der Pentry aus, das ihm so etwas noch nie passiert ist und wie der Rudi mit seinen Gästen umspringt. Er habe auch für Pfingsten wieder gebucht und wolle die Reise jetzt stornieren. Wir haben aber im nach hinein erfahren das er doch fährt.

Während die anderen tauchten bekamen wir auf dem Oberdeck von Kpt. Ahab eine Einweisung im Umgang mit dem GPS. Das Gerät zeigte zwar die richtigen Koordinaten (120 Grad) an aber der Pfeil wies auf Safaga. Na so ein Mist, die wildesten Spekulationen wurden übers Deck geschmissen. Einer sagte, das der Satellit seiten verkehrt sei und so weiter. Das brachte uns dann eine weitere Lehrstunde über das Können von Kpt. Ahab ein.

Nach diesen aufreibenden Erklärungen ging es in die Pentry zur Stella und Cola und zu einem gemütlichen Ausklingen des Abends.

Ich beschloss in dieser Nacht in der Pentry zu schlafen, denn in der Kabine war mir die Luft zu stickig und außerdem konnte man in dieser Kinderkoje sich nicht umdrehen ohne aus der Kiste zu fallen. Kpt. Ahab fuhr ja die Nacht durch und ich schlief mit dem Gedanken ein an den Brothers wieder aufzuwachen.

Kapitel 3

Am 23. April dieses Jahres erwachten wir um ca. 6:00 Uhr früh, endlich am Ziel unserer Träume, den Brother Islands.

Wir ankerten zuerst am Big Brother, nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Fernseh Soap. Nachdem wir erst einmal den Anblick genossen hatten ging es sogleich zum Frühstück. Erwähnenswert ist noch das unser Koch ein richtiger Frischling an Bord ist, es ist seine erste Safari, so das es beim Essen noch manche Unstimmigkeiten gab.

Nach einem kurzen Frühstück hieß es sogleich wieder "Briefing". Nenad ist ja kein ganz dummer, das Blatt mit den Ärzteadressen, welches in Folie eingeschweißt ist, mußte jetzt zum Zeichnen herhalten. Mit Folienstiften wurde flugs der Big Brother skizziert und ein Briefing gehalten.

Danach ging es in die Schläuche, und sogleich zur Einteilung der Zodiacs, mit denen wir zur Riffspitze gebracht werden sollten. Da ich und mein Bruder eine feucht fröhliche Nacht hinter uns hatten, nicht ohne Anschiss von Rudi, beschlossen wir in der Nähe des Bootes zu tauchen.

Der andere Tauchplatz ist viel tiefer und schwerer zu betauchen, also gesagt getan. Nach massig Flötenfischen und unserer ersten Napoleon Sichtung ging es nach ca. 43 min. und dann doch 45 Metern wieder aufs Boot.

Da auf den Brothers Nachttauchverbot herrscht, konnten wir drei Tauchgänge am Tag machen. Wir beschlossen aber den dritten auszusetzen.

Der zweite Tauchgang sollte uns zur Riffspitze führen, wo wir dann das Wrack der Numidia betauchen konnten. Mit den Zodiacs sollte es bis zur Riffspitze gehen. Da sich aber unser Kpt. Ahab wieder einmal einmischen mußte ging dies für uns gründlich in die Hose. Wir mussten also Markus und einige andere Taucher zurücklassen. Wir fielen vom Zodiac in die Fluten und tauchten direkt zum Wrack.

Ich hatte als Partner den Hamburger Klaus, mein Bruder tauchte mit seiner Tochter. Klaus tauchte sofort ins Innere der Numidia.
Es ist immer wieder ein erhabenes Gefühl wenn man in ein altes Wrack taucht. Das Wrack wird auch Eisenbahnwrack genannt, weil es Eisenbahnräder geladen hatte, die man unter Wasser noch gut erkennen konnte.
Mein Bruder und Tochter beschlossen außen am Wrack entlang zu tauchen, dabei verloren wir uns aus den Augen.

Da Klaus ein alter Hase ist wußten sie mich in sicherer Begleitung. Wir setzten unseren Tauchgang alleine fort.

Nach einer Begegnung mit einen Napoleon und viel klein Fisch wurden wir durch ein seltsames Geräusch aufgeschreckt. Was sich wie der Motor eines nahenden Zodiacs anhörte war in Wirklichkeit unser Kpt. Ahab mit seinem Unterwasserfahrrad (Scooter). Er kam fröhlich daher gefahren und machte seine faxen.

Nach glücklichen 54 min und einer maximal Tiefe von 49 Metern beschlossen wir aufzutauchen, da wir in der Nähe der Ankerseile waren.

Nach dem ausrödeln gab es erst einmal wieder, den obligatorischen After Dive Tea, bei dem wir auf unsere anderen Buddies warteten. Die auch bald darauf eintrafen.

Als erstes wurde über den Käpten und sein Fahrrad gelästert, was der allgemeinen Stimmung sehr zu gute kam. In großer Vorfreude aufs Abendessen wurde sich dann erst einmal an Oberdeck gesonnt. Aber es sollte noch besser kommen.

Als wir alle schon mit knurrenden Mägen in der Pentry saßen und auf unser Abendessen warteten, kam unser Käpten mit einer Mega Sahnetorte rein.
Die hatte er extra für uns auf der Number One geklaut. Da es aber schon halb acht war und wir noch nicht gegessen hatten wanderte die Torte erst einmal in die Küche und dem Koch wurden Beine gemacht.
Nach dem Essen ging es darum wer die Sahnetorte anschneidet, die Frauen weigerten sich vehement und so wurde Nenad dazu verpflichtet sie anzuschneiden.
Da die Sahnetorte aber schon eine ganze Weile gestanden hatte wurde es eine ziemliche Sauerei. Ich konnte es nicht mehr mit ansehen also half ich ihm beim zerstückeln.
Es sah nun nicht mehr besonders gut aus aber trotzdem ließen wir uns die süße klebrige Masse schmecken und sie schmeckte wirklich astrein.

Jetzt gingen wir langsam wieder zu Stella über und merkten nach kurzem Timing das Klaus Skatkarten dabei hatte. Ruckzuck waren wir drei mein Bruder, Klaus und ich uns über einen Bierlachs einig und ab ging die Post.

Und so endete unser erster Abend an den Brothers mit Skaten und Gelabere.

Kapitel 4

Der heutige Tag, der 24. April, sollte uns keine allzu großen Überraschungen an Bord bieten wie die hinter uns liegenden Tage.

Da wir an diesem Morgen sehr früh wach waren, wollten wir nach einem Tee und ohne Frühstück in den Teich springen, was unserem Kpt. Ahab wieder einmal nicht passte. Wir hatten heißes Wasser für den Kaffee und heißen Tee. Nenad stellte noch eine Packung Kekse und Sesamstangen raus damit wenigstens etwas im Magen war. Als Ahab das sah war er wieder einmal außer sich.

Der Koch könnte ja wenigstens Brot und Käse raus stellen und so weiter. Befohlen und sofort ausgeführt, der Koch briet sogar Eier. Trotz allem ging es um kurz nach sieben Uhr wieder einmal mit dem Zodiac und diesmal hatten wir alle unsere richtigen Buddies, Richtung Aida II. Um sieben Uhr vierunddreißig starteten wir unseren ersten Tauchgang des Tages und stürzten uns sofort in die schwindelnd erregende Tiefe von 40 Meter.

Aber bekanntlich sind 40 m nicht genug. Heute hatte ich die Kamera von meinem Bruder dabei und wollte sie ausprobieren. Auf einmal kam mein Bruder an und wollte unter Wasser den Erklärbär spielen, ich fand das so lustig das ich ihm den Vogel zeigte und mit Gesten klarstellte das ich schon wüßte wie ich durch die Kamera zu schauen hätte. Dadurch sackten wir auf 48 Meter ab. In dem Moment kam Nenad auf uns zu geschossen um unsere Computer zu kontrollieren. Wahrscheinlich dachte er wir währen schon zu lange zu tief und hätten einen Tiefenrausch. Wir konnten ihn aber beruhigen. Er wollte uns nämlich noch zeigen das beim Wrack der Numidia eine ganze Horde Hammerhaie kreist.

Wir beschlossen aber nicht dort hin zu tauchen weil wir gegen die Strömung mussten. Während des kleinen Disputes von uns beiden löste sich auch noch klammheimlich eine Flosse von mir, was ich aber schnell bemerkte und sie wieder einfing. Nachdem nun alles geklärt war und die Ausrüstung wieder komplett oder fast komplett war, was ich aber erst wieder auf dem Boot feststellen sollte, setzten wir unseren Tauchgang in gemäßigteren Tiefen fort. Aber das war noch nicht genug der Aufregung.

Mitte des Tauchgangs hatten wir unser wahrscheinlich schönstes Erlebnis auf dieser Tour. In ca. 10 Meter Entfernung kreuzte ein einzelner Hammerhai unseren Weg. Er schwamm ganz ruhig und ohne Eile an uns vorbei in Richtung Aida II. Zuerst bleibt einem das Herz fast stehen, aber nicht vor Angst, sondern vor Freude so ein Überbleibsel aus einer anderen Zeit zu sehen. Er schwamm ganz Elegant ohne sich von uns stören zu lassen.

Zuerst konnten wir nicht ganz genau ausmachen was für ein Genosse da unsere Bahn kreuzt aber dann drehte er einmal ganz sachte den Kopf und wir erkannten das es ein Hammerhai war. Ganz aufgeregt gaben wir uns die seltsamsten Zeichen, damit auch jeder von uns wußte was es war. Beide Hände zum Spitzdach über den Kopf, danach beide Fäuste an die Schläfen, ja Taucher waren schon immer erfinderisch mit der Unterwasserzeichensprache. Überaus glücklich tauchten wir weiter und entkamen mal wieder gerade der Deko-Pflicht, da der Hai auf ca. 35 m an uns vorbei schwamm. Ganz überwältigt von diesem Erlebnis bemerkte ich nun das bei meiner Flossenaktion auch mein Tauchmesser Marke Steinzeit, die alten Taucher sterben nie aus, verloren hatte. Ce la vie oder wie der Ägypter sagt Inschallah, auf gut deutsch Pech.

Jetzt gab es für uns noch einmal ein Frühstück und danach genossen wir auf dem Oberdeck die Sonne. Wir setzten den zweiten Tauchgang aus, da ich eine ganz ordentliche Restsättigung hatte und außerdem fast achtunddreißig Stunden No Fly hatte. Wir hielten also ein kleines Schläfchen und durften danach dafür erleben wie unser Käpten sich in Richtung Big Brother Leuchtturm aufmachte. Er sagte zu uns das seine Gäste normalerweise auf die Insel dürfen, da aber der General da ist, geht es nicht. Er dürfe eigentlich auch nicht dorthin aber das ist ihm egal. Schließlich ist es seine Insel. Arroganz und Frechheit siegen eben.

So machte sich Kpt. Ahab auf den Weg um seine Insel zu besuchen. Auf dem Weg dorthin setzte der Motor seines Zodiacs aus und prompt kamen beide Zodiacs der Number One um ihren Chef zu retten. So kam er doch noch auf seine Insel und blieb auch ca. eine Stunde. Juhu eine Stunde ohne Ahab ist wie ein ganzer Urlaub. Um sechzehn Uhr achtundzwanzig ging es zu unserem letzten Tauchgang am Big Brother und der brachte uns jede menge Fisch. Diesmal gab uns eine Schildkröte die Ehre und ich musste sie einfach mal am Panzer streicheln.

Diese Aktion hätte auch böse ins Auge gehen können, von hinten näherte sich ein Scorpionsfisch. Scorpionsfische haben bekanntlich giftige Rückenflossen. Da er nicht in meinem Blickfeld war ist es nur Fortunas Verdienst das ich mich nicht gestochen habe.

Da ich mit der Hand nach hinten ruderte verfehlte ich den Scorpionsfisch nur um Haaresbreite. Im weiteren Verlauf begegneten wir auch noch einem recht großen Napi, der uns lustig beäugte. Diese Fische können ihre Augen wie ein Chamäleon bewegen und beobachten einen ganz genau. Ein ganz tolles Erlebnis für die anderen war ein Flötenfisch, der einen Narren an mir gefressen hatte.

Der Flötenfisch hängte sich quasi an meine Flasche und begleitete mich nun auf meinen Tauchgang. Die anderen hatten Ihren Spaß dabei und beobachteten diese an sich rührende Szene. Einmal drehte ich mich um und bekam einen kleinen Schreck da ich dem Fisch direkt ins Auge blickte. Wohlbehalten kamen wir nach zweiundfünfzig Minuten wieder an Bord der Somaya I an. Als alle an Bord waren ließ Ahab sich ganz alleine zum Wrack der Aida II bringen um eine Kloschüssel zu heben und mit an Bord zu bringen. Als er wenig später wieder an Bord kam hatte er zwar keine Kloschüssel dabei aber ca. zwölf fünfzig Jahre alte Colaflaschen aus Ägypten, die er am Wrack gefunden hat.

Die Kloschüssel hatte keine Beschriftung wie Villeroy und Boch oder eine eingebrannte Serien Nr. also uninteressant. Er hielt uns einen Vortrag darüber das man ja nichts aus dem Wasser mitbringen darf aber er eine Ausnahme sei. Mir war an diesem Mittag eine Goldplombe herausgefallen und ich kam sogleich auf die Idee Ahab zu foppen. Scheinheilig fragte ich mal nach, ob an dem Wrack, wo wir heute waren auch Leute an Bord umgekommen sind. Rudi bejahte meine Frage. Darauf sagte ich, dann habe ich wahrscheinlich von einem Toten die Goldplombe gefunden. Ahab reagierte sogleich und sagte das sei seine die er verloren hat, er zeigte uns auch gleich wo und riß seinen Mund auf. Gut gekontert! Der weitere Abend verlief recht ruhig bis Rudi bemerkte das wir drei Skat am kloppen waren. Er motzte sofort herum, wir hätten ihn ja auch mal fragen können und klinkte sich bei uns mit ein, schließlich könnten wir ja seine Number One gewinnen.

So spielten wir also zu viert Skat. Etwas später kam Jürgen dazu und fragte wann wir denn umziehen. Kpt. Ahab fragte sofort wohin denn. Die Antwort war natürlich auf die Number One, was sofort einen Lacher bei uns auslöste. Das schmeckte Kpt. Ahab gar nicht, obwohl er mit dem Quatsch angefangen hatte. Es wurde aber nur um Bier gezockt. Mittlerweile bemerkte ich doch schon das draußen das Wasser ganz schön in Bewegung geraten war.

Die anderen liegen schon in den süßesten Träumen und uns droht eine minimale Gefahr in der Form das uns just ein Ankerseil reißen muß. Da wir vier vom Skaten noch auf waren, wurde es sogleich bemerkt und die armen Jungs von der Besatzung mußten in die Zodiacs steigen und das Boot wieder befestigen. Das war aber diesmal gar nicht so einfach, da der Wind ziemlich aufgebriest hatte und in der Nacht noch zulegte und gegen Morgen richtig heftig war. Ich dachte mir nur noch, Heidewitzka Herr Kapitän eine Seefahrt die ist lustig eine Seefahrt die ist schön, was auch prompt so kommen sollte.

Kapitel 5

Der Morgen des 25. Aprils sollte der schlimmste dieser Fahrt werden. Kurz nach dem wir alle aus den Federn waren legten wir ab, um uns in Richtung Süden zum kleinen Brother aufzumachen. Es sollte eine Höllenfahrt werden.

Die Wellen waren jetzt schon ziemlich groß und der Wind pfiff uns um die Ohren. Da ich mich jetzt auch noch mal unter Deck begab um mal ein frisches T-Shirt anziehen traf mich fast der Schlag. Auf der Seite wo sich unsere Kojen befanden war das Bulley undicht und unsre Kojen standen unter Wasser. Na Bravo, da wir unsere Sachen teils in den Taschen teils auf der Koje verteilt hatten waren diese natürlich nass geworden.

Aber kann das einen Seemann erschüttern? Bevor es nun richtig los ging wurden Planen vor die Fenster der Pentry festgemacht. So war es dort ziemlich schummrig und stickig, was manchen heftigste Übelkeit verursachte, also ab aufs Oberdeck an die frische Luft. Dort oben war es wesentlich besser und genügend frische Luft.

Das schlimmste war das Kpt. Ahab ständig Schleifen drehte und immer vor dem Little Brother kreiste, weil er den richtigen Punkt zum Parken nicht finden konnte. Schließlich und endlich kreiselten wir so ungefähr eine Stunde rum, bis er auf die Idee kam an der Breitseite der Number One festzumachen. Durch sein ewiges Geschrei mit der ägyptischen Besatzung fiel mir ein Wort "yallah yallah" auf, das er ständig benutzte. Ich kam schon bald dahinter das es schnell schnell bedeutete. Endlich festgemacht gab es auch schon Frühstück und so langsam füllte sich wieder die Pentry, viele dachten man müsste etwas im Magen haben.

Der Gedanke war auch nicht schlecht, aber als ich meine Nichte  an unserem Tisch sitzen sah wußte ich schon was passieren würde, raus aus der Pentry und Fische füttern, und ausgerechnet heute gab es frische  Waffeln die Sie so mochte. Also rief Sie ihren Mann er solle ihr welche rausbringen. Draußen war es kein Problem etwas zu essen und sobald wir richtig festgemacht hatten ging es ihr auch wieder besser. Nach dem Frühstück raus zum ersten Tauchgang an den Little Brother. Als wir uns anrödeln wollten, merkte Rudi das unser Liegeplatz doch nicht so gut war und so ging es wieder ab in die Wellen.

Diesmal parkte er auf Anhieb zwischen zwei Schiffen direkt am Riff. Beim anschließendem Briefing machte er alle darauf aufmerksam, das türkise Wasser rund ums Riff kein Riff sei, sondern Gischt. Außerdem herrscht unter Wasser keine Strömung, Zitat: vielleicht nur ein bißchen. Mein Bruder, seine Tochter und ihr Mann beschlossen diesen Tauchgang auszusetzen und zu warten, bis sich Mittags der Wind etwas beruhigt hat. Einige andere beschlossen auch an Bord zu bleiben, nur die unerschrockensten von uns sprangen ins Wasser.

Ich schloss mich wieder Klaus an und ab in die Fluten. Wir sprangen vom Achterdeck rein um sofort auf Tiefe zu gehen und unter Wasser zum Südzipfel vom Little Brother zu tauchen. Je weiter wir um den Zipfel kamen desto kräftiger wurde die Strömung. Aber wir wurden auch belohnt, unter uns breitete sich ein riesiger Gorgonienwald aus, so was unter Wasser ist schon gigantisch. Man sollte bloß darauf achten diese Weichkorallen nicht zu berühren da sie dann absterben. In etlicher Ferne konnte man dann auch noch eine Anzahl von Riffhaien zuschauen wie sie Jagden.

So langsam drehten wir um, gingen ein bisschen höher und ließen uns mit der Strömung zum Ankerseil treiben. Der Ausstieg an der Leiter wurde ein bisschen problematisch, die Wellen hatten immer noch nicht nachgelassen und so fuhr man eben Fahrstuhl 2m hoch 2m runter aber auch das wurde gepackt.  Bis Mittags vegetierten wir so vor uns hin um dann gegen 4.00 Uhr noch mal ins Wasser zu gehen. Wir sollten wieder mit einigen riesigen Gorgonien und einem Pfeilenfisch belohnt werden.

Das größte war aber eine freischwimmende Muräne, was man an den Brothers recht selten sieht, da sie eher über den Grund schlängeln. Da wir uns in ca. 35m Tiefe an der Riffwand befanden schauten wir auch ab und zu ins Blaue nach Haien. Auf einmal machte mein Bruder wilde Bewegungen und zeigte an die Wasseroberfläche. Da laust einen der Affe, wir hier unten und an der Wasseroberfläche sind die Haie, die dort an der Riffkante nach Fischen schnappten. Dafür sichteten wir hier unten noch ein Thunfisch.
Am Abend kam Rudi zu uns und wollte sich bedanken und brachte eine Kiste mit sechzehn in Zeitungspapier verpackten Flaschen in die Pentry. Er klärte uns darüber auf das acht davon vom Wrack der Aida II seien und acht normale Flaschen.

Das hieß soviel wie acht Nieten und acht Hauptgewinne. Heidi fungierte als Schiedsrichterin und mußte aufpassen das alles mit rechten Dingen zuging. Da an Bord nur zwei weibliche Wesen waren, hieß es Ladys first und meine Nichte durfte als erste ziehen und erwischte als einzige aus unserer Gruppe einen Hauptgewinn. Ansonsten setzte an diesem Abend wieder das mittlerweile obligatorische Skatspielen um einige Stellas ein.

Wir bemerkten dabei aber doch noch das man nicht genug Stella gebunkert hatte, denn dieses ging an diesen Abend zur Neige. Als das Bier alle war boten wir Rudi noch an mit uns einen Barcadi-Cola zu trinken. Er lehnte strikt ab denn er wäre Moslem und verließ die Pentry, um zwei Minuten später wieder aufzutauchen, er hätte es sich überlegt einen könnte er vertragen, außerdem ist es dunkel und Allah kann nichts sehen. Es kam wie es kommen mußte da die Flasche schon halb leer war wurde sie nun auch ganz vernichtet, mit der Bitte an Rudi morgen von der Number One noch einige Kästen Stella zu organisieren. Jetzt ging es aber ab in die Kiste.

Der Wind der gegen Abend recht ruhig geworden war, frischte gegen Mitternacht wieder so richtig auf und wurde über Nacht wieder orkanartig. Da wir zwei, mein Bruder und ich uns in der Pentry unsere Nachtlager aufgeschlagen hatten bekamen wir das so richtig mit. Einigen anderen wurde es auch zu mulmig an Oberdeck und so bekamen wir noch Gesellschaft. So schlampig nun mal Männer sind hatten wir zwar die Bierflaschen in die Kästen verstaut aber sonst lag unser ganzer Krempel auf der Back.

Da die Schlingerleisten gerade mal 1cm hoch waren, blieb natürlich bei jeder Kränkung die das Boot machte, nichts mehr liegen. Am Anfang hielt man es ja noch mit einem Arm fest, das ging sogar im liegen, aber irgendwann schlief man doch ein. Es kam wie es kommen musste beim nächsten großen Wellenschlag flogen unsere ganzen Utensilien von der Back an die gegenüberliegende Wand. Ein Glas ging zu Bruch, die Kamera von meinen Bruder flog an die Erde und verschiedener Kleinkram. Wir konnten von Glück reden das die Kamera noch funktionierte, da sie aufgegangen war und die Batterien in der Pentry umher kullerten. 

Kapitel 6

Als wir an diesem Morgen so gegen 5:30 Uhr aus den Kojen kletterten war es auch nicht besser als gestern. Der Wind hatte über Nacht noch zugelegt und man konnte nun ca. vier Meter hohe Wellen bewundern die uns ganz schön durch schüttelten. Solange wir aber vor Anker lagen ging es den meisten bestens.
Nach dem Frühstück gingen wir Hardcore Diver wieder ins Wasser. Die Unterwasserwelt hatte sich nicht verändert. Es gab keine spektakulären Sichtungen hinsichtlich Fisch. Die Strömung hatte beträchtlich zugenommen und in 5m Tiefe war die Gischt noch zu spüren, was den Ausstieg wieder zu ein Abenteuer werden ließ. Als alle wieder aus dem Wasser waren, sollte es endlich wieder Richtung Safaga gehen.

Die Meisten von uns waren sehr dankbar darüber endlich dieser Hölle zu entkommen. Meine Nichte verzog sich sofort wieder aufs Oberdeck um mit Ihrer Übelkeit besser zurecht zu kommen. So etwas hatte ich aber auch noch nicht erlebt. Nach einiger Zeit ging meine Nichte doch wieder unter Deck, Sie wollte die Fahrt lieber verschlafen bei dem Seegang.

Aber kaum in der Koje kämpfte Sie mit heftigster Übelkeit, also wieder hoch und ab in die Pentry, aber auch nur ein paar Minuten, bevor es Sie ganz zerriß. Ab aufs Klo, doch Mist alle waren besetzt. Sie hatte sich noch soweit in der Gewalt nicht über die Reeling zu kotzen. Nachdem Sie sich erleichtert hatte legte Sie sich wieder in die Pentry, denn nichts in der Welt hätte Sie zurück aufs Oberdeck gebracht, da es ihr dort zu windig war. Nach mehreren K...Attacken haute Sie sich auch noch die Duschstange im Klo auf den Schädel, da diese nur leicht befestigt war und Ihr Gewicht bei einer Welle nicht aushielt. Also schnell repariert und wieder hingelegt. Nach mehreren Stunden kamen wir endlich der Küste näher, die See wurde wieder ruhiger und der Wind flaute ab.

Zum Glück war Sie nicht die einzige der Übel war, selbst die befahrenen unter uns mußten gegen die Übelkeit ankämpfen. Nach dem es wieder ruhiger war und nur noch leichte Wellen uns schaukelten, stellte Kpt. Ahab fest, das unser Koch nicht in der Lage war uns zu bekochen, er lag wie abgestochen und grün im Gesicht im Zodiac. Also kamen wir in den Genuss vom Chef selbst bekocht zu werden. Unser Mechaniker Mohammed fuhr derweil das Schiff und mußte sich so manche Schimpftriade von Ahab anhören er soll gefälligst das Schiff ruhig halten. Haha!!! Später verkündete uns Nenad, das der Chefkoch "Brother Island Suppe" servieren würde.

Dies wurde mit allgemeinen Schmunzeln bedacht und es wurden Spekulationen aufgestellt, ob sie nur zwei oder drei Fleischbrocken enthalten würde. Kurz darauf wurde uns mitgeteilt das die Suppe umbenannt sei, in wie treffend "Sturmsuppe". Der Hunger trieb auch meine Nichte wieder hoch und alles war bestens, bis Ihr leerer Magen den Knoblauch zu riechen bekam und sofort rebellierte. Also ernährte Sie sich von trocken Brot. Alle anderen waren recht begeistert von den Kochkünsten unseres Koch Kapitäns. So gestärkt genossen wir endlich wieder die Sonne die wir schon so lange vermißt hatten. Unser nächster Halt sollte Abu Kifan, oder Abu Kafan wie manche sagen, werden. Übersetzt heißt es Abu=Vater und Kifan oder Kafan=Tiefe, also ganz frei Vater Tiefe.

Da wir aber so spät dort ankamen, ermahnte uns Kpt. Ahab eine Lampe mit zu nehmen, da es ein Dämmerungs-Tauchgang werden sollte. Schließlich und endlich gingen wir gegen siebzehn Uhr vierzig ins Wasser. Dieser Tauchgang hatte es in sich, wir begegneten vielen Bewohnern des Meeres die uns wie immer begeisterten. Mein schönstes Erlebnis dabei war eine Schildkröte aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Wenn es nämlich am Riff von klein Fischen wimmelt, die in Schwärmen um Korallen kreisen gibt es für mich nichts schöneres als sich auf den Rücken zu legen und das ganze von unten zu betrachten und am Riff hoch zu schauen.

Dabei entdeckte ich eine Schildi die an der Wasseroberfläche schwamm. Ich fand das ganze so faszinierend das ich sie eine kleine Weile beobachtete. Dabei fiel mir auf das diese Tiere die sich unter Wasser so elegant bewegen, an der Oberfläche wie bleiernde Enten schwimmen. Diese eleganten Schwimmer kommen an der Oberfläche nur schwer voran und müssen gegen die Dünung ankämpfen. Auf unserem weiteren Weg begegneten wir noch einer Schildi aber unter Wasser, sie kam direkt auf mich zu und ich konnte ihr fein gezeichnetes Gesicht bewundern.

Zu allem Überfluß entdeckten wir auch noch eine Anemone die von Clownsfischen fast aller Größen belagert war. So ein Gewusele hatten wir noch nie gesehen. Zum krönenden Abschluß sahen wir noch einen Federstern. Alles in allem war es ein schöner Tauchgang der aber wegen der Dämmerung und zu wenig Lampen schon nach achtunddreißig Minuten endete. Aber wir sollten uns ja später noch an den Fotos erfreuen die ich  gemacht hatte. Doch weit gefehlt man hatte nämlich vergessen die Kamera zu aktivieren, welch eine Schande. Wenn man nicht alles selber macht und sich auf andere verläßt. Nachdem alle wieder an Bord waren ging es auf zu unserem Nachtankerplatz und zur Tauchstelle bei Shab Sheer.

Das außergewöhnliche an Shab Sheer ist nicht wie man vermuten würde die Unterwasser Flora und Fauna, nein, sondern ein Wrack welches dort unten liegt. Das Wrack ist nämlich das Schwesterschiff unserer Somaya I, die Somaya II. Vor vier Jahren ist hier die Somaya II nachts auf das Riff gedrückt worden und gesunken. Nach einem reichhaltigen Abendessen, was nicht unser Koch gekocht hatte, der war immer noch platt, sondern per Zodiac von der Number One kam, mußten wir wieder ein Briefing a la Ahab über uns ergehen lassen.

Ausführlich bekamen wir geschildert wie er kurz nachdem die Somaya II gesunken ist, alles was nicht Niet  und Nagelfest war, geborgen hat. Wie er auch noch ein rotes Schlauchboot verfolgte, weil sie etwas von seinem Schiff geräubert hatten. Hier sollten wir also noch ein Nachttauchgang absolvieren. Da ich mittlerweile mitbekommen hatte das meine Nichte muffensausen vor einen Nachttauchgang hat beruhigten wir sie erstmal. Nenad hatte Ihr aber ein paar Tage zuvor versichert das es dort unten gar nicht so dunkel sei wie Sie es sich vorstellte. Ich hatte immer noch 30 Std. No Fly auf meinen Computer und man soll ja nicht übertreiben. Also ließ ich den Nachttauchgang ausfallen. 

Nachdem alles Jammern nichts half schmiss Sie sich in die Pelle aber nicht ohne vorher den letzten Rest Metaxa vor mir und Klaus zu verstecken. Schließlich wollte mein Bruder und seine Tochter mit Mann auch noch ein Hieb abbekommen denn wir hatten den beiden auch nichts von dem Bacardi übriggelassen, der Überraschenderweise über Nacht verdunstet war. Nachdem die drei also voll angerödelt auf Deck standen und meine Nichte allen mehrmals versicherte sie müsse ja bekloppt sein in die Tinte zu springen, ging es um zweiundzwanzig Uhr sechzehn los.

Vorher hat Sie  aber noch gesagt das Sie, wenn schon mindestens eine Spanische Tänzerin sehen wolle. Und tatsächlich lag unter dem Boot eine, es kam ihr so vor als sei sie extra für Sie dort hingelegt worden. Die Krönung aber war ein Bärenkrebs der am Riff herunter kletterte. Sie schauten sich auch das Wrack der Somaya II an und das war schon ein bißchen gespenstisch. Kurz unter dem Boot sahen sie dann noch zwei Sepia an der Oberfläche schwimmen. D

as kurioseste Erlebnis der drei war aber ein Schneckengehäuse welches sich nur im Dunkeln bewegte. Es war ein ganz anderes Tauchen für meine Nichte, aber faszinierend schön. Sie konnte sich hinterher ihre Angst nicht mehr erklären.

Dies sollte zwar ihr erster Nachttauchgang sein aber sicherlich nicht ihr letzter. Aber das hätte ihr vorher mal einer sagen sollen, Sie hätte ihn für verrückt erklärt. Überglücklich und zufrieden kamen sie wieder oben an Bord an und schälten sich zitternd aus der Pelle da der Wind nachts doch ganz schön frisch ist. Nachdem der Metaxa dann brüderlich und schwesterlich geteilt wurde ging Nancy und Markus in ihre Kojen. Für alle anderen die in der Pentry schliefen sollte es aber noch eine lange bzw. eine kurze Nacht werden.

Denn weiß der Teufel Kpt. Ahab philosophierte mit den meisten über seine gesunkene Somaya II warum, wieso, also doch, ich hole nur mal schnell Zigaretten, dann habe ich, ich kriege noch ein Stella und so weiter. Halb drei Uhr nachts hatte ich die Faxen dicke und klatschte mich  mit meinen Bruder auf unser Lager. Ich hörte im Halbschlaf noch eine ganze Weile Rudis niedliche Stimme.

Kapitel 7

Die Nacht zum 27. April endete auf seltsame Weise schon um fünf Uhr fünfzehn. Die anderen wurden mit schweren Liedern und triefenden Ohren auch schon wach. Beim Frühstück erfuhren die anderen das wir nur drei Stunden geschlafen hatten, weil Kpt. Ahab ihnen stundenlang erklärt hat wie die Somaya II gesunken ist.
Da es für uns nur eine kurze Nacht war sollten wir an diesen Morgen auf Vorschlag von Kpt. Ahab an der Salem Express tauchen. Da die gesunkene Fähre auf nur maximal 32m liegt kam uns das sehr zu Pass. Die Salem Express ist eine Pilgerfähre gewesen die sich auf dem Rückweg aus Saudi Arabien befand. Die Salem ist vor zehn Jahren gesunken und über die Zahl der Toten ist nichts näheres bekannt, man schätzt ihre Zahl auf ca. 800-1000 Menschen.

Die genaue Zahl kann nicht ermittelt werden, da es in Ägypten keine Passagierlisten gibt und man für ein gutes Bakschisch auch einen Platz ohne Ticket auf einer schon vollen Fähre ergattern kann. Sie ist also ein reines Totenschiff und zum Tauchen frei gegeben. Beim Briefing entschlossen sich einige nicht mit zum Tauchen zu gehen. Auf der Salem befinden sich noch immer die Koffer und persönlichen Besitztümer der Toten, als die Sprache auf ein Kinderdreirad kam hatte sich auch meine Nichte entschlossen lieber an Deck zu bleiben.

Als alle angerödelt waren und ins Wasser gingen bemerkte Ahab meine Nichte und fragte warum sie nicht mit tauchte. Als sie es ihm erklärte fragte er, ob sie in Deutschland nicht an einem Friedhof vorbei führe. Ich denke der Vergleich ist nicht gut gewählt. Die letzten Taucher gingen nicht wie befohlen am Seil runter und Nenad mußte die ganze Sache wieder einmal ausbaden.

Ahab schimpfte herum und sagte er währe kein Guide den er gebrauchen könne und er solle sich einen neuen Job suchen und so weiter. Mittlerweile war die ganze Sache schon recht lächerlich. Als alle wieder an Bord waren zeigte ich meiner Nichte eine Türklinke von der Salem die ich in meinen Partykeller montieren wolle. Sie sagte mir nur ich solle sie weg tun, bevor Ahab das mitbekäme und sich wieder einmal aufregen würde. Ich verstaute sie in meiner Kiste um sie aber kurz darauf, mich ritt der Teufel, wieder hervor zu holen und sie Kpt. Ahab zu zeigen. Großer Fehler! Kpt. Ahab reagierte sogleich und fing an zu motzen, das nur er etwas aus dem Meer holen dürfe und die Wracks plündern darf. Er belies es bei mir aber beim motzen. Im nachhinein dachte ich noch, wenn ich  sie ihm geschenkt hätte währe alles in Ordnung gewesen.

Danach fuhren wir endlich in Richtung Abu Haschisch, unserem letzten Tauchplatz für diese Tour. Der Tauchgang war alles in allem recht lustig. Wir sahen einen Napi und zwei Calamares, aber in ihrer ursprünglichen Form und nicht als Ringe. Kurz, bevor wir in Hurghada ankamen ist hier ein Tauchschiff gesunken. Auf der Fahrt zu den Brothers hatten wir es schon einmal gesehen, da war das Oberdeck noch vollkommen in Ordnung und jetzt durch den Sturm war das Oberdeck fort, wie abrasiert. Von dem Boot fanden wir jetzt allerlei Sachen auf dem Grund. Unser Guide z.B. ein Kissen und machte unter Wasser erst einmal ein Nickerchen.

Unser letzter Tauchgang endete nach Sechsundfünfzig Minuten wieder an Bord. Auf der Rückfahrt genossen wir noch ein paar Sonnenstrahlen und meine Nichte half Nenad bei der Abrechnung der Getränkelisten. Der arme Kerl war durch die Woche so durch den Wind das er Hilfe gut gebrauchen konnte. In Hurghada angekommen freuten wir uns wieder im Hafen und festen Boden unter den Füßen zu haben. Zum Schlafen und Essen wurden wir ins Taucherhaus gebracht.

Dort bezogen wir erst mal ein Zimmer. Die anderen stellten zu ihrer Überraschung fest das der Wasserdruck dieses mal in Ordnung war, was wahrscheinlich nicht immer so ist. Wir spülten also den Dreck der letzten Woche ab, und gingen danach zum Essen. Kpt. Ahab hatte uns an diesem Tag eine Stunde Zeit geklaut, da er nicht wußte das die Uhr in Ägypten vorgestellt wurde. So gingen wir erst um acht Uhr statt um sieben zum Essen.

Nachdem die Logbücher gestempelt waren und man sich von allen verabschiedet hatte, fuhren wir nach Downtown zu Samy, unserem Haus  und Hofjuwelier. Der Fahrer unseres Minibusses, den Preis hatte meine Nichte schon vorher ausgemacht,  meinte er könne uns abziehen und wollte für die einfache Fahrt zehn Pfund. Als alte Ägypten Reisende wußte sie aber das es pro Nase nur ein Pfund kostet, also zusammen vier Pfund. Sie stritt sich mit ihm herum und zahlte schließlich nur die vier Pfund, also auf zu Samy.

Ich kaufte für meine Tochter eine Kette, die sie zur Konfirmation bekommen sollte und noch einen Puzzle-Ring. Samy kam und sagte er müsse uns etwas Neues zeigen, es war ein Ring im Ring der sich drehen ließ. Auf dem inneren Ring waren verschiedene Motive des Meeres aufgelötet. Zum Spaß ließ ihn meine Nichte  wiegen und nach langem hin und her beschloß sie ihn zu kaufen, da er ja auch passte. So etwas gibt es in Deutschland nicht zu kaufen. Inzwischen kam auch noch Jürgen mit seinen Tauchpartner und fragte uns, wo es zum Peanuts geht, ein urgemütlicher Tauchertreff. Da wir beim Samy soweit fertig waren entschloss sich mein Bruder ihnen den Weg zu zeigen. Also zogen wir erstmal zu viert ab.

Meine Nichte und ihr Mann wollten nachkommen. Unterwegs kauften wir noch bei einem Gewürzhändler ein. Jürgen kaufte 1,5 Kg Safran und handelte mit dem Ägypter als wäre er Sozialhilfe Empfänger mit 10 Kindern. Schließlich einigte man sich auf einen akzeptablen Preis, was immer noch erheblich billiger war als in Deutschland. Ich nahm verschiedene Pfeffersorten mit. Jetzt aber ab ins Peanuts, und rann an Steffi. Inzwischen kam auch meine Nichte mit ihren Mann. Sie erzählten auch gleich das sie Pfeffer für ihre Mutti zu einem Wucherpreis gekauft hatten, aber handeln liegt ihr nun einmal nicht. Wir tranken ein paar Bier und um halb zwei machten wir uns auf den Weg, zurück ins Taucherhaus um noch ein bißchen zu schlafen, denn um sieben sollten wir abgeholt werden und zum Flughafen fahren, um die Heimreise anzutreten.

Ausklang

Am 28. April pünktlich um 7:00 Uhr kam unser Taxi und fuhr uns zum Flughafen. Dort wiederholte sich die ganze Prozedur des eincheckens in umgekehrter Reihenfolge wie bei der Ankunft. Visa ausfüllen, Pässe raus und mit dem Handgepäck durch den Zoll. Hier erlebte Jürgen sein blaues Wunder. Er hatte ja seinen Pass verloren, musste dafür vorher extra nach Kairo, um sich von der Deutschen Botschaft ein Papier als Ersatzpass ausstellen zu lassen. Aber hier verstanden die Ägypter nur Bahnhof, man ließ ihn nicht durch die Passkontrolle. Er sollte warten bis der Oberhäuptling kommt um den Ersatzpass richtig zu lesen. Es gab ein mächtiges hin und her. Ich hatte das Gefühl, wenn Jürgen das richtige Bakschisch zwischen seinen Papieren getan hätte, wäre er reibungslos durchgekommen. Aber er blieb stur und nach einer Stunde ließen sie ihn dann doch durch, auch ohne Oberhäuptling.

Na ja Ägypten ist schon eine Reise wert. Nach einer weiteren Stunde traten wir dann die Heimreise nach Düsseldorf an. Es wird ein unvergessliches Erlebnis bleiben.

Hans-Holger Rienaß

 


 

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