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 Von Gott und der Welt (Teil2)

(Beitrag vom 05.02.2017 korrigiert am 24.03.2018)

Die Welt, der Mensch und seine Götter als Nachbetrachtung.
Nach meinem 1.Teil dieses Artikels bin ich von guten Freunden darauf hingewiesen worden, dass zwei wichtige Themen fehlen.
Zum einen wäre da eine nähere Beschreibung für den Gottesersatz, weil der für viele Menschen eine Art Trost bedeutet und zum anderen weitere Ausführungen zum Transhumanismus, weil diese Gedanken vielen Menschen Angst machen.


Wie finden wir Kraft ohne auf Gott zu vertrauen?
Ich finde, hier könnten wir uns sehr gut an den alten Naturvölkern orientieren. Die hatten vermutlich auch Götter, aber und dies macht den Unterschied, es waren in der Regel für sie meist unerklärliche Kräfte der Natur. Durch die wissenschaftlichen Erkenntnisse und fortschrittliche Technologien haben wir es heute sehr viel leichter unsere Welt zu erklären.
Die Erkenntnisse des Menschen sind sicher lange nicht am Ende, aber wir begreifen schon sehr viel. Wir können viele Zusammenhänge der Natur erklären und wissen wie vieles zusammenhängt.

Gehen wir einmal vom Gottglauben der monotheistischen Weltreligionen aus.
Hier wird Gott als Schöpfer des Universums und des Lebens gesehen. Lösen wir uns einmal von unserer EGO-Sichtweise. Es gibt Milliarden von Galaxien, die jeweils aus Milliarden von Sonnensystemen bestehen. So kann man davon ausgehen - alles andere wäre unlogisch - dass es überall im Universum zu Lebensformen gekommen ist. Gehen wir jetzt weiter davon aus, dass die Entwicklung von Leben eine der bisher für uns letzten Stufe der Evolution entspricht, darf man sich schon die Frage stellen, was ist eigentlich mit dem Leben, was tagtäglich durch gewaltige Katastrophen, die in unserem Universum toben, ausgelöscht wird?

Ich möchte hier einmal kurz auf meine Sicht der Evolutionstheorie eingehen.
Natürlich ist die Evolution ein linearer Prozess der ALLE uns bisher bekannte Grundlagen dieses Universums mit einschließt und dem man sich KAUM entziehen kann.

Mir hat jedoch für nachfolgende Gedankengänge ungemein geholfen, die Evolution nicht als einen einfachen linearen Prozess zu verstehen, sondern sie in drei unterschiedliche, teilweise sogar unabhängige Prozesse aufzuteilen:

1. Die Evolution der Materie.
Eine vereinfachte Darstellung zur Entstehung der Elemente.
Wie wir heute wissen, entstanden schon kurze Zeit nach dem Urknall bei extrem hohen Temperaturen und Dichten vor allem Wasserstoff- und Helium-Kerne. Hieraus bildeten sich durch Anziehungskräfte (Gravitation) erste Sterne aus denen dann durch Fusionsprozesse schwerere Elemente entstehen konnten.
Vereinfacht dargestellt, beherrscht die Gravitation die Materie. Kaum messbar, ist sie jedoch durch unvorstellbare Massen an Elementen und Zeit zur treibenden Kraft in unserem Universum und damit zur Grundlage unserer Physik geworden.
Die universelle Kraft, die auf die Materie wirkt, ist die Gravitation. („Dunkle Materie“ und „Dunkle Energie“ wollen wir hier nicht betrachten) Materie ist an diese Kraft gebunden es gibt für sie KEINE Möglichkeit aus deren Wirken auszubrechen, was natürlich gleichzeitig bedeutet, dass die atomare Auflösung ganzer Sonnensysteme meist durch das Ende in einer Supernova-Explosion erfolgt. Hieraus können neue Sterne mit neuen Planeten entstehen.

2. Die Evolution des Lebens.
Was unterscheidet diese Stufe von der Evolution der Materie?

  • Der Drang nach Vermehrung, Überleben und Erfahrung sind die maßgeblich treibenden Kräfte dieser Evolutionsstufe
  • Auch die Möglichkeit, sich teilweise gegen die natürlich auch hier wirkenden Grundlagen der Materie stellen zu können, ist erwähnenswert (z.B. Vögel).
  • Wissens-/Erfahrungsweitergabe über Selektion/Gene oder zumindest bei höher entwickelnden Formen auch über Lernen
  • Aktive individuelle Lebensgestaltung, oft auch in Überwindung der vorgegebenen Parameter.
  • Weiterentwicklung geschieht nicht wie bei Materie passiv und über Zerstörung/Umformung sondern aktiv im Kampf um das Überleben.
Das Leben befindet sich ab einer bestimmten Stufe der Entwicklung vermutlich immer auf dem Weg zur Selbsterkenntnis. Jedem Organismus liegt Materie zu Grunde. Damit gelten natürlich auch deren Gesetzmäßigkeiten. Ein Organismus ist aber eine quasi selbstorganisierende Zellansammlung die steuert, wo etwas hingehört und wo nicht. Dies geschieht weitestgehend unabhängig der Materiegrundsätze wie Gravitation.

Ein Organismus könnte auch „Unsterblich“ sein, wenn die Gene es erlauben würden - zumindest bis die Ressourcen im Umfeld erschöpft oder nicht mehr stimmig sind. Fängt eine Lebensform einmal an, sich selbst zu erkennen, ist die wesentliche Grundlage für die 3. Stufe der Evolution gelegt.

3. Die Evolution des Geistes.
Was sind die Grundlagen einer Spezies für die Transformation in diese Stufe?

  • Großes Gehirn für komplexere Denkvorgänge
  • Arme für die Entwicklung von Technik und Werkzeugen
  • Neugier ist unverzichtbarer Bestandteil einer intelligenten Spezies und gibt ihr ungeahnte Fähigkeiten.
  • Aktive, begleitende Aufzucht des Nachwuchses (Lernen).
  • Zwei Augen für plastisches Sehen nach vorn gerichtet (Raubtierblick).
  • Schnelligkeit für die erfolgreiche Jagd / Flucht.
  • Der aufrechte Gang könnte von Vorteil sein.
Was unterscheidet nun diese Stufe von der Evolution der Materie und des Lebens?
Eine vom Verstand bestimmte Lebensweise ermöglicht eine weit weniger durch äußere Umstände (wie bei den beiden vorherigen Evolutionsstufen) vorgegebene Einengung der Entwicklung.

  • Fortschreitende Beherrschung der Gesetzmäßigkeiten der die Materie unterliegt. Da wären z.B. Kernspaltung, Kernfusion, Schaffung neuer molekularer Strukturen etc.
  • Fortschreitende Beherrschung der Gesetzmäßigkeiten der das Leben unterliegt, wie z.B. Genmanipulation (Umgehung der biologischen Evolution), lebensverlängernde Maßnahmen, hoher medizinischer Kenntnisstand.
  • Entwicklung von Sprache, Schrift und anderer Medien zur Wissensarchivierung und Wissensweitergabe. (Dies ermöglicht erheblich schnelleres Lernen).
  • Entwicklung von Technologien die das Verlassen der Erde ermöglichen.
  • Auf der Suche nach der „Weltformel“, dem Verstehen der Grundlage des Seins.

Hat nun ein Planet Lebensformen hervor gebracht, gibt es für dieses Leben eine gewisse Spanne Zeit, um zu lernen und Erfahrungen zu machen. Doch wird das Leben zwangsläufig irgendwann mit dem Planeten untergehen. Damit muss man sich der Frage stellen, wozu die ganzen Anstrengungen des Lebens wenn es sich am Schluss wieder in seine Atome zerlegt?

Es gibt eine einzige, bisher bekannte Möglichkeit, dem zu entgehen.
Das wäre die Entwicklung von Hochtechnologie, die es dem Leben ermöglicht, andere Planeten im Universum zu besiedeln, was dann natürlich dazu führt, dass der Sinn des Lebens (Erfahrungen zu machen) für das Leben dieses Planeten zum Ziel geführt hat.

Während in der Evolutionsstufe des reinen Lebens die „Unsterblichkeit“ in der Wiederverwendung der Atome lag, stellt dies für eine sich selbst begreifende Lebensform keine Option dar. Seine eigene Sterblichkeit kann man natürlich nicht so ohne weiteres akzeptieren. Nach dem Tod, die Auflösung in die Atome, das geht nicht - Es mussten alternative oder zumindest weiterführende Lösungen her, mit denen man leben kann.

So wurden in sehr früher Zeit Konstrukte, wie die unsterbliche, körperlose Seele und ein „Seelenwohnort“ wie das Himmelreich, Walhalla, oder einfach das Jenseits erfunden. Es sei allerdings noch erwähnenswert, dass einige Kulturen teilweise schon den eigentlichen Gottesglauben aufgelöst haben oder zumindest den Menschen viel stärker der Natur eingeordnet haben. Das unterscheidet z.B. die Sichtweisen der alten Veden, der Naturvölker und auch der Buddhisten von den monotheistischen Weltreligion, die eine Glaubenspflicht und Unterordnung an einen Gott einfordern und den Menschen vorschreiben, wie die vorwissenschaftliche, rein auf Glauben basierende „Weltformel“, auszusehen hat.

Diese Glaubensvorstellungen werden von Kindesbeinen an indoktriniert
und sind später, wenn man überhaupt auf die Idee kommt, darüber nachzudenken, sehr schwer wieder aufzulösen. Dies geht soweit, dass in bestimmten Religionen den Kindern, ohne dass sie sich wehren können, sogar sowas wie Brandmahle, die sie zeitlebens an eine bestimmte Religion binden, aufgezwungen werden.

Lassen wir uns nicht blenden,
denn die Erfahrungen, die unsere Spezies gemacht hat, die Fußtapsen, die jedes Individuum dieses Planeten in seinem Leben hinterlassen hat, ist die Unsterblichkeit auf die wir vermutlich alle hoffen. Manche werden dies nicht akzeptieren, da damit das EGO nur noch eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

Doch wir sollten lernen, uns als ein Teil des GANZEN Planeten zu sehen
und unsere Wurzeln zur Natur wieder zu finden.
Viele Menschen haben das erlebt. Beispielsweise bei Tauchgängen, beim Lauschen des Gesangs der Steppe oder des Waldes, beim Blick in den
Sternenhimmel oder einfach in der Ruhe. Eine riesige Erfahrungsmöglichkeit, die wir heute im Gegensatz zu unseren Vorfahren, die mangels Wissen die Götter erfinden mussten, steht uns auch noch zur Verfügung. Das ist der Blick auf unsere Erde aus dem Weltraum heraus.
Der Blick in der Universum über tausende von Lichtjahren – auch in die Zeit zurück. Auch das sollte es uns ermöglichen, unsere Stellung auf dieser Erde zu erkennen.

Ich bin mir sicher, wenn wir das wollen, wird es uns gelingen
und keiner, dem dies gelungen ist, wird einen Gott vermissen.
Ganz wichtig hierbei ist, dass wir versuchen sollten, unser Unterbewusstsein zu überwinden oder zumindest alle negativen Prägungen zu unterdrücken. Ich bezeichne das Unterbewusstsein immer als „Reptiliengehirn“, sicher wissenschaftlich falsch, aber es bezeichnet, was ich meine. Dieses „Reptiliengehirn“ war extrem wichtig und hat es unserer Spezies erst ermöglicht, sich so hoch zu entwickeln. Hier schlummern die Erfahrungen, die über die Gene weiter gegeben werden, die uns während unseres Evolutionsprozesses beschützt haben.
Alles, was einen Menschen ausmacht, findet man hier: Fluchtinstinkt, Liebe, Hass, Eifersucht, Gier, Machtgelüste, Mitgefühl und Neid, um nur einige zu nennen. Große Teile der Religiosität würde ich gern auch dazu zählen.

Unser Verstand sollte versuchen, diese archaischen Grundeigenschaften zu beherrschen und einen Ausgleich zu schaffen. Manchmal gelingt das, oft aber nicht. Was in der Vergangenheit extrem notwendig und unverzichtbar war, könnte sich mit Einsetzen der Hochtechnologie, die in der Lage ist, in kurzer Zeit diesen Planeten zu vernichten, ins Gegenteil verwandeln.

Heute noch werden zu einem großen Teil die Grundwerte aus den verschiedenen Religionen geprägt.
Sie sind teilweise sehr unterschiedlich und das Wichtigste, ist immer der Glaube im Mittelpunkt. Man schaue sich nur mal die 10 Gebote der Christen an. Mache Menschen lösen sich ein kleines bisschen von ihrer Religion und werden „moderat“, was immer das heißen mag. Muslime stellen die Scharia über jedes Gesetz, selbst die Menschenrechte der Vereinten Nationen werden nicht anerkannt, man schafft die Kairoer Menschenrechte.

Atheisten haben grundsätzlich keine religiös geprägten Grundwerte, höchstens Rudimente aus kindlicher Indoktrination.

Wie soll so eine Weltgesellschaft auf Dauer funktionieren?
Daher empfinde ich, dass wir dringend versuchen müssen, unseren Verstand viel mehr zu gebrauchen und auch Gesetzmäßigkeiten zu schaffen, nach denen wir uns alle bindend zu richten haben und das unabhängig von Glaubensvorstellungen und Religion. Die Menschenrechte der Vereinten Nationen könnten eine Basis dafür sein.

Die Einhaltung dieser Gesetzmäßigkeit muss durch die Völkergemeinschaft ständig überwacht und eine Nichteinhaltung ohne Ansehen der Person konsequent verfolgt und geahndet werden.
Wenn wir es schaffen, unser EGO weitestgehend zu unterdrücken und das EGO unter das Leben als Ganzes zu stellen, haben wir einen weiteren Schritt in der Entwicklung geschafft. Wir brauchen keinen Gott, keinen Glauben an die individuelle und unsterbliche Seele mehr, wir können auf die Suche nach dem Sinn des Lebens ohne Schranken gehen.

Obwohl ich nicht wirklich religiös war, empfand ich diese Erkenntnis trotzdem als eine wirkliche Befreiung.


Menschlicher Astronaut trifft auf Humanoiden
 

Dies führt uns nun zu einer näheren Betrachtung des Transhumanismus.
Als mir vor Jahren ein Freund einen wissenschaftlichen Artikel hierzu verschafft hat, habe ich ihn nach kurzem Einlesen weggelegt. Die Thesen haben mir Angst gemacht. Da ich Informatiker bin, weiß ich, dass die Entwicklung in diese Richtung nicht aufzuhalten ist und es wird viel schneller gehen, als wir uns heute vorstellen können.

Weiterhin stehe ich hierzu – es ist ein ganz gefährlicher Weg,
den wir da einschlagen. Nicht, weil wir in Kürze eine Spezies schaffen können, die uns in allen Dingen haushoch überlegen sein wird, sondern weil nur wenige Menschen die Kontrolle darüber haben.

Viele Menschen glauben weiter an Gott und im Hintergrund werden solche Entwicklungen gestartet, auf die niemand Einfluss hat, die sich jeglicher demokratischer Kontrolle entziehen. So kann es sein, dass die im 1. Teil dieses Artikels erwähnten Robotergesetze keine Rolle spielen werden und Humanoide speziell für militärische Einsätze als reine Kampfmaschinen geschaffen werden – Wenn das kommt, dann gute Nacht und da hilft dann auch kein Gottvertrauen mehr!

Die andere Seite jedoch ist auch positiv zu bewerten.

Humaniode im Sinne der gesamten Menschheit eingesetzt, dürften eine enorme Bereicherung sein. Das auch nicht nur im Alltag, sondern auch in einer enormen Wissensvermehrung, als Denkmaschinen die blitzschnell reagieren können, kaum vergessen und unglaublich schnell fast grenzenlos lernen.

Vermutlich werden Humanoide, die mit KI (künstlicher Intelligenz) ausgestattet sind, kein Unterbewusstsein in unserem Sinn haben. Das mag viele Menschen erschrecken. Aber wie bereits oben erwähnt, hat das Unterbewusstsein auch sehr viele Schattenseiten und durch eine unumgängliche Kernprogrammierung auf humane Werte, die nicht zu umgehen sind, schafft man den positiven Teil eines Unterbewusstsein bei dieser künstlichen Spezies.

Das wäre auch der prägende Teil, den wir ihnen aus unseren Erfahrungen, ähnlich wie in unseren Genen mitgeben können. Ich weiß nicht, ob dies absolut sicher einzupflanzen ist, aber eines scheint mir sehr sicher – Wir müssen diese Problematik aufnehmen, wir müssen diese Entwicklung den Händen dieser wenigen Großkonzerne wieder entreißen und gemeinsam bestimmen, wie diese Technologie weiter entwickelt und wie sie zukünftig eingesetzt wird. Denn verhindern können wir diese Entwicklung auf Dauer nicht.

Diese Humaniode können auch für alle möglichen Aufgaben außerhalb unseres Habitats, in für Menschen sehr gefährlicher Umgebung, eingesetzt werden. Ihnen würde es sicherlich auch nichts ausmachen, wenn sie tausend Jahre durch das All fliegen um für uns neue Lebenswelten zu erkunden oder um unsere gemeinsam gesammelten Erfahrungen in das Universum heraus zu tragen.


Zum 1.Teil des Artikels hier:
https://www.thewebsite.de/cms/NS_Von-Gott-und-der-Welt.html