Die Abrechnung mit dem Establishment durch die Wahlen in den USA.

(Beitrag vom 09.11.2016)


Wieder ist es geschehen - Eine Klatsche für die politische "Führungselite"

Ja, was soll es denn anders gewesen sein? Wir hatten es auf einer Seite mit Hillary Clinton als Ikone des politischen Establishments und auf der anderen Seite mit Donald Trump, einem vermutlich unberechenbaren Kandidaten, der sich nur genau gegen diese politische „Führungselite“ gestellt hat, zu tun.
Nur einer von beiden konnte gewinnen, auch wenn es sehr knapp war. Mir kamen direkt die Gedanken an den Brexit. Für die Zukunft denke ich an Marine Le Pen, die dem verträumten Europa auch am 7. Mai 2017 das Fürchten lehren könnte.

Wie schrieb das Handelsblatt am 20.05.2016 „Rechtspopulisten werden zur Gefahr für Europa“. Ich finde, dies ist eine völlig falsche Analyse denn nicht die Rechtspopulisten sind die Gefahr, sondern eine in allen Bereichen versagende Politik, die nur nach Lobbyinteressen handelt und sich kaum um den Willen des eigentlichen Souveräns schert. Das treibt die sich ohnmächtig fühlenden Menschen in die Hände dieser Seelenfänger.

Heute Morgen hörte ich Martin Schulz in einem Statement zur Wahl:

…Wir haben es mit Populisten jeder Couleur und hemmungslosen Leuten auch hier zu tun…

Dem kann ich nur zustimmen Populisten aus jeder Richtung. Rechts- und Linkspopulisten und Populisten, die uns immer wieder das Selbe versprechen und nichts halten. Die uns Glaubens machen wollen, dass man z.B. Griechenland rettet, obwohl man nur dieses eklige Finanzsystem mit Steuermitteln vor dem Bankrott schützen möchte, oder die, die einschneidende Änderungen wie sie mit CETA kommen, am liebsten an den Parlamenten vorbei durch winken wollen. Wen meint Martin Schulz nun noch mit „hemmungslosen“ Leuten?

....Die großen urbanen Zentren ziehen Wirtschaft und  junge Leute an und haben ein pulsierendes heterogenes Gesellschaftsmodell, das breite Land fühlt sich davon abgekoppelt, fühlt sich nicht mitgenommen…….. Das sind Dinge, die wir in Europa ganz genau in Betracht ziehen müssen, dagegen kann man nämlich etwas machen ……

Ich denke mal dieser Herr Schulz hat schon lange keine große Stadt (urbanes Zentrum) in Europa besucht, denn dann hätte er sicherlich auch gemerkt, dass oft genau da die Brennpunkte entstehen. Auch da gibt es viele Menschen, die sich nicht mitgenommen fühlen.

Kann auch sein, dass ich sein pulsierendes heterogenes Gesellschaftsmodell einfach nur falsch verstanden habe, weil er lediglich diese 0,001% der Menschen an der Spitze der Gesellschaften meint.



Könnte es jetzt sein, dass die "Eliten" in Europa ein wenig Angst bekommen?


Angst, weil sie den USA zu schnell gefolgt sind, mit Wirtschaftssanktionen gegen Russland während die USA gute Gewinne trotz oder gerade wegen dieser Wirtschaftssanktionen mit ihnen machten?
Jetzt, mit Trump könnte sich das schnell ändern, denn er kann offensichtlich gut mit Putin. Womöglich stehen dann Deutschland und Europa ziemlich isoliert da. Da könnte sich diese USA-willfährige Politik schnell im Nachhinein rächen.

Eins scheint mir klar, es kommen bewegende Zeiten auf uns zu und wenn die „Eliten“ in der Politik nicht langsam lernen und endlich umsetzen, kann es übel ausgehen.

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Nachtrag:

Es scheint diese Mainstreammedien schon schwer getroffen zu haben, liest man diesen Artikel aus der Zeit US-Wahl: Der Ernstfall.